Luxusresort nahe Aldabra: Hotelprojekt auf Assomption alarmiert Naturschützer

Auf einer benachbarten Insel des Aldabra-Atolls, auf der Insel Assomption (Assumption Island), wird aktuell ein Luxusresort geplant. Die Insel gehört zwar zur Aldabra-Inselgruppe, liegt aber rund 27 km vom UNESCO-Weltnaturerbe Aldabra entfernt. Genau diese Nähe macht das Projekt so umstritten.

Die Hauptkritik der Naturschutzorganisationen lautet:

  • Das Aldabra-Atoll ist eines der am strengsten geschützten Naturgebiete der Welt und beherbergt etwa 150.000 Aldabra-Riesenschildkröten sowie zahlreiche endemische Vogelarten und Meeresschildkröten. (Wikipedia)
  • Durch das Resort würden größere Flugzeuge, Jachten und deutlich mehr Menschen in eine bislang extrem abgelegene Region kommen. Dadurch steigt das Risiko, invasive Tier- und Pflanzenarten einzuschleppen – eines der größten Gefahren für Inselökosysteme. (The Guardian)
  • Außerdem befürchten Wissenschaftler Störungen durch mehr Schiffs- und Flugverkehr, Lichtverschmutzung, Bauarbeiten und mögliche Auswirkungen auf Meeressäuger und Schildkröten.
  • Die UNESCO forderte von der Regierung der Seychellen zusätzliche Informationen zu dem Projekt und erinnerte daran, dass der außergewöhnliche universelle Wert des Welterbes Aldabra geschützt werden muss. Die Seychelles Islands Foundation, die Aldabra verwaltet, sprach sich dafür aus, Bauarbeiten erst dann zuzulassen, wenn ein umfassender Biosecurity-Managementplan vorliegt. (UNESCO Statement)

Die Gegenseite – der katarische Investor und staatliche Stellen der Seychellen – argumentiert dagegen:

  • Assomption sei durch jahrzehntelangen Guanoabbau bereits stark geschädigt.
  • Das Resort solle nach hohen Nachhaltigkeitsstandards gebaut werden.
  • Einnahmen aus dem Tourismus könnten die Renaturierung der Insel finanzieren und den Naturschutz unterstützen.

Der Streit dreht sich also vor allem um die Frage, ob wirtschaftliche Entwicklung mit dem Schutz eines der wertvollsten Inselökosysteme der Erde vereinbar ist. Viele Biologen und Naturschutzverbände halten das Risiko angesichts der Nähe zu Aldabra für zu hoch.

 

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